Selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtung

“Auf dem Weg zu mehr Patient*innenorientierung!”

Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialbereich ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Selbsthilfeaktivitäten. Eine besondere Form der Kooperation ist die “Selbsthilfefreundliche Gesundheitseinrichtung”.

Um die Kooperation zwischen Gesundheitseinrichtungen und Selbsthilfegruppen systematisch zu etablieren, arbeitet die Selbsthilfe Steiermark als Service- und Kontaktstelle eng mit relevanten steirischen Einrichtungen zusammen und zeichnet diese mit dem Gütesiegel “Selbsthilfefreundlichkeit” (nach dem Hamburger Modell) aus, mit dem Ziel einer erfolgreichen Zusammenarbeit im Sinne der Patient*innen, Betroffenen und Angehörigen.

Die Auszeichnung wird bei erstmaliger Bewerbung für vier Jahre vergeben und bei erfolgreicher Rezertifizierung auf weitere vier Jahre verlängert.

Das Konzept der “Selbsthilfefreundlichkeit” wurde in Deutschland von Akteur*innen der gemeinschaftlichen Selbsthilfe und Gesundheitseinrichtungen entwickelt. Das sogenannte “Hamburger Modell” ist auch für Österreich und die Schweiz ein Orientierungsrahmen für die Aktivitäten zum Thema Selbsthilfefreundlichkeit, die eine systematische und strukturierte Zusammenarbeit von Professionist*innen des Gesundheits- und Sozialbereiches und der Selbsthilfe zum Ziel haben.

Chancen und Nutzen der Kooperation zwischen Selbsthilfe und der Gesundheitseinrichtung

Für Patient*innen und deren Angehörige

  • Durch die Erfahrungskompetenz der Selbsthilfegruppen-Teilnehmer*innen wird der Umgang mit einer schwierigen Lebenssituation im Alltag erleichtert.
  • Aktive Auseinandersetzung mit einem gesundheitlichen Problem gemeinsam mit anderen erleichtert es, Bewältigungsstrategien zu finden.
  • Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, Informationen zu Hilfestellungen und Unterstützungsangeboten auszutauschen.

Für Gesundheitseinrichtungen

  • Handlungskompetenz der verschiedenen Berufsgruppen in der Gesundheitseinrichtung wird durch das Erfahrungswissen der Betroffenen, die sich in Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen haben, erweitert.
  • Das Erfahrungswissen, das durch Selbsthilfegruppen gebündelt wird, ist ein Beitrag zu einer bedarfsorientierten Versorgung.
  • Die Arzt-Patient-Beziehung verändert sich positiv und verbessert die Compliance.
  • Selbsthilfefreundlichkeit als ausgewiesenes Qualitätsmerkmal setzt eine Signalfunktion in Richtung gelebte Patient*innenorientierung.

Für Selbsthilfegruppen

  • Die Akzeptanz der Selbsthilfe wird erhöht und gefestigt.
  • Die Arbeitsweise der Selbsthilfe wird sichtbar gemacht.
  • Der regelmäßige Informationsaustausch mit unterschiedlichen Berufsgruppen trägt zur Qualitätsentwicklung der Selbsthilfearbeit bei und verbessert das beidseitige Verständnis von Selbsthilfe und professioneller Versorgung.

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